Website des Wintroper Kapellchens im Arnsberger Wald

Wintroper Kapellchen

Schönstattfamilie Arnsberg

Wintroper Kapellchen

Schönstattfamilie Arnsberg

Geschichte

1946 – 2007

70 Jahre Winrop-Kapellchen

Geschichtliches

Schönstatt-Kapelle Wintrop (Arnsberg)

 

Der Anfang

Ursprünglich stand hier ein kleines Heiligenhäuschen. Daneben befand sich ein Kreuz. Beide bildeten die XII. und XIII. Station eines Kreuzweges, der in der Zeit von 1865 bis 19191, hier gepflegt wurde. Boden und Wald waren Eigentum der Familie Tillmann vom Gut Wintrop. Frau Tillmann erlaubte der Schönstatt-Mädchengruppe im Jahre 1938, die Pieta-Statue durch das Bild der „Dreimal wunderbaren Mutter von Schönstatt“ zu ersetzen. An Christi-Himmelfahrt im Jahre 1939 wurde der Bildstock  eingeweiht.

Bald darauf begann der 2. Weltkrieg. Das Bildstöckchen wurde zur geistigen Heimat und Zuflucht. Immer mehr wurde dieses kleine Eckchen „Friede“ für viele. Ein Atemholen im Getriebe der Zeit. Alle Sorgen, aber auch alle junge Kraft wurde dort vertrauensvoll in die Hände der Gottesmutter gelegt.

 

Aufbau

Als Dank für die Hilfe in den Kriegsjahren und für das Ende des Krieges baute am 14. Mai 1945, nur sechs Tage nach Kriegsende, die 23 köpfige Mädchengruppe mit Zustimmung der Familie Tillmann den Bildstock zu diesem Kapellchen aus.

Für den Bau mussten Steine, Hölzer und alles was nötig war in kleinen Sackkarren geholt werden. Doch auch inhaltlich haben sich die Jugendlichen mit dem Bau auseinandergesetzt. Alle Ereignisse und Feiertage, alles Erleben, Wünschen und Bitten, Freude und Leid wurden mit dem Kapellchen in Wintrop in Verbindung gebracht. So war das Leitwort der Gruppen: Leben in, mit und durch das Kapellchen.

 

Zum Winter war die Kapelle fertig und wurde am 2.Februar 1946 durch Propst Dr. Theodor Legge eingeweiht. Die Kapelle sollte Segen bringen für die Stadt Arnsberg und die Diözese Paderborn. Der Propst bezeichnete sie als „Gnadenstätte für unsere Stadt Arnsberg“ und wünschte, dass viele Menschen zur Mutter im Walde und Königin der Stadt pilgern möchten.

 

Marienkapelle

Seit dieser Zeit ist die Marienkapelle für viele Wanderer, Spaziergänger und Pilger ein Ort der Einkehr, der Stille, des Friedens, des Gebetes und des Segens.

Zum 25-jährigen Bestehen am 20. Mai 1971 wurde die Gottesmutter in Wintrop gekrönt mit der Bitte: sie möge sich von hier aus für die Stadt und die Diözese als „Mutter der Kirche“ erweisen; alle, die zu ihr kommen, solle sie im Glauben stärken und in ihnen die Liebe zur Kirche erneuern.

Zum 40-jährigen Bestehen 1986, am Fest Christi-Himmelfahrt, wurden die Sitzgelegenheiten vor dem Kapellchen erstellt. Zum 50-jährigen Bestehen 1996, Pfingstsonntag, wurde unter großer Anteilnahme der Arnsberger Bevölkerung die Erneuerung des vor dem Gebäude stehenden Kreuzes festlich begangen. Zum 60-jährigen Bestehen 2006, fand „der Krug des Vertrauens“ Einzug ins Kapellchen.

Die kleine Kapelle wird von den Mitgliedern der Arnsberger Schönstatt-Bewegung gepflegt. Sie lädt regelmäßig zu Andachten ein und zu besonderen Anlässen finden Gottesdienste im Freien statt. In den letzten Jahren entdeckten mache Besucher die Kapelle sogar als Ort für Hochzeiten oder Taufen.

 

In den Monaten Mai pilgern viele Gemeinschaften, Jugend- und andere Gruppen nach Wintrop. Sie suchen die Kapelle auf, um das was sie bewegt in aller Ruhe zu reflektieren.

 

Gästebuch mit Einträgen aus aller Welt.

In der Kapelle lag all die Jahre ein großes Gästebuch und die Eintragungen zeigen: viele Arnsberger Bürger und Wanderer nicht nur aus Deutschland besuchen die Kapelle aus den verschiedensten Anlässen. Vor allem die Ruhe an diesem Ort wird sehr geschätzt. Bewusst ist die Kapelle Tag und Nacht geöffnet.

 

Brandstiftung und Wiederaufbau

Am 12 Mai 1914 wurde die Wintroper Kapelle durch Brandstiftung bis auf die Grundmauern zerstört. Nur das nebenstehende Kreuz konnte die Feuerwehr retten.

 

Ein für viele wichtiges Ziel fehlte nun. Die Schönstatt-Familie Arnsberg und viele Arnsberger Bürger waren deshalb direkt der Meinung, das Kapellchen müsse wiederaufgebaut werden. Voll Vertrauen wurde der Wiederaufbau in die Hände der Gottesmutter gelegt. Sie möge sich doch als Bauherrin erweisen. Und wirklich:

der Grundbesitzer, Herr Albers vom Gut Wintrop, gab seine Genehmigung zum Wiederaufbau. Kurz darauf bildete sich eine Arbeitsgruppe unter dem Präsidenten der Handwerkskammer Herrn Willi Hesse, dem Architekten Herrn Hans Bierbaum, dem Vorsitzenden des Heimatbunden Herrn Werner Bühner, Dechant Propst Hubertus Böttcher und Mitgliedern aus der Schönstatt-Familie Arnsberg.

 

Die Spendenaufrufe erbrachten so viel Geld zusammen, dass am 7.10.12015 das Richtfest stattfand. Immer wieder konnte die Erfahrung gemacht werden, dass genau so viel Spenden aufkamen, um den nächsten Bauabschnitt in Auftrag zu geben. Ein großes Benefizkonzert durch den MännerChor Arnsberg e.V. und dem Gerd-Schüttler-Chor der Musikschule HSK erbrachte schließlich noch die fehlenden Einnahmen, um die Außenanlage in Auftrag zu geben.

 

Dank vieler freiwilliger handwerklicher Helfer und allen Spendern konnte zum 31.05.2016 – genau  nach einem Jahr – die Einweihung geplant werden.

Eingesegnet wurde das Wintroper-Kapellchen an dem festgesetzten Tag durch Weihbischof Hubert Berenbringer, der gerade auf Firmreise im Dekanat Arnsberg war und Dechant Propst Hubertus Böttcher.

 

Es bewahrheitete sich die Erfahrung: Wo einmal die Gottesmutter ihren „Fuß“ hingesetzt hat, kann auch kein Feuer den Gnadenort zerstören.

 

Möge die Gottesmutter sich auch weiterhin von Wintrop aus als Mutter der Kirche und als Mutter des Glaubens für jeden einzelnen, für die Stadt Arnsberg und für die Diözese Paderborn erweisen.